Heute bin ich mit Schulden aufgewacht, Leseschulden. Fast vierhundert Seiten, fällig bis morgen. Da sollte man doch meinen, es gäbe nur eine Lösung: sofort anfangen und bis zum Abend durchziehen. Aber hey, es gibt auch eine angenehmere Möglichkeit, mit solchen Problemen umzugehen. Daher bin ich Jannas Einladung zur Brauereibesichtigung mit ihren Eltern gefolgt. Die sind nämlich grad hier zu Besuch und wir hatten uns bisher verpasst. So kam es, dass ich, statt zu lesen, mittags in die Stadt fuhr und nach einem kleinen Imbiss (leckeres Sandwich) um eins im brauereieigenen Schankraum, Ølhallen, stand, umringt von allerhand Eisbären. Es folgte die Tour. Hat mich nicht so vom Hocker gerissen, wir waren auch etwas enttäuscht, dass wir eigentlich keinen Bierherstellungsprozess gesehen haben, sondern nur das Abfüllen von Colaflaschen. Aber immerhin durften wir diese heißen Klamotten tragen.


Naja, jedenfalls gab‘s hinterher für jeden von uns ein kleines Shotglas in Form eines Stiefels und, genau, Bier. Einen halben Liter Juleøl, stark und dunkel. Daher war ich um 14:30 Uhr leicht angeheitert und ich merkte die Nachwirkungen auch noch um vier, als ich vom Einkaufen zurück nach Hause fuhr. Aber der „kein Bier vor vier“-Spruch gilt vielleicht nur in Deutschland.
Ansonsten war ich bei der Chorprobe, wo wir jetzt mit „Bohemian Rhapsody“ angefangen haben, und abends gab es unfassbar leckeres Essen von Janna und Nachtisch von mir.
Schön war das. Und nun liegen immer noch ca. 380 Seiten vor mir.
PS: Langsam bricht hier der Frühling aus. Ich merke es daran, dass ich immer häufiger meine Sonnenbrillen trage, und zwar nicht nur aus Stylegründen.



