604 Meter

1 08 2008

Heute habe ich etwas getan, das ich von mir selbst nicht erwartet hatte. Nicht nur, dass ich (immer noch mit akuter Mandel- oder vielleicht auch schon MIttelohrentzuendung?  Keine Ahnung, ich bin die ganze Zeit auf Ibuprofen und Paracetamol…) auf den Preikestolen hinaufgewandert bin, nein, ich habe mich auch bis an die Kante vorgewagt und sogar darueber geschaut. Hinunter in den Fjord. Ach, was war das schøn. Und die Fernsicht erst! Besseres Wetter hætten wir wirklich nicht erwischen kønnen. Aber wen wundert’s, war ja auch der Schweizer Nationalfeiertag.

Auch ansonsten haben wir es uns daher nicht schlecht gehen lassen, haben uns von mehr als Brot und Kæse ernæhrt und der Schweizer selbst hat nun auch wieder eine Hose ganz ohne Løcher, beinahe also schon eine Festtagstracht, wenn man das mal mit Campingaugen betrachtet.

Morgen trennen sich unsere Wege. Das wird komisch, denn ich habe jegliche Fæhigkeit verloren, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Ausserdem hat sein „Deutsch“ meinen Wortschatz derart kontaminiert, dass man mich vermutlich daheim eh nicht mehr verstehen wird.  („Sollen wir nach dem Støppeln unser Nachtessen auf dem Trottoir einnehmen? Ich habe das Sackmesser und den Bidon griffbereit. Vielleicht kønnen wir in Anken geschwenkte Ruebli im Kocher zubereiten?“ – „Ach nein, ich wuerde liebe am Perron essen, da ist es windgeschuetzt und ich bekomme nicht so kalt.“) Aber ich habe ja noch einen Tag Karenz, um mich wieder in die Nora zu verwandeln, die ich war, ehe ich in dieses Abenteuer aufgebrochen bin. Ein Abenteuer, das natuerlich Spuren hinterlassen hat: einen Bræunungsstreifen hier, fiese Mueckenstichnarben dort, ein paar schlechte und zahllose wunderbare Erinnerungen und, wie das eben immer so ist, je mehr man gesehen hat, umso mehr Lust hat man, noch mehr zu sehen…

Ich møchte uebrigens zu Protokoll geben, dass ich, obwohl wir in den vergangenen Tagen in einigen der grøssten Stædte Norwegens waren und ueberall Sommerschlussverkauf herrscht, nichts gekauft habe ausser ein paar einfachen Stoffschuhen fuer 49 NOK. Und das auch nur, weil meine Auswahl (kaputte, aber dennoch sehr warme Wanderschuhe oder Flipflops ohne Einlagen) doch sehr begrenzt war. Vielleicht hole ich da morgen noch ein bisschen was auf… Oder das Wetter wird schøn und ich geh an den Strand… Egal wie, der letzte volle Tag in Norwegen wird genossen, mit oder ohne Schweizer.

Und damit gute Nacht! (23:48 Uhr)


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2 Antworten

2 08 2008
papa

Geniesse die restlichen Stunden, bevor wir dich in Schönefeld in die deutsche Realität zurückholen. Lufthansa-Streik ist beendet, also wird wohl alles planmäßig laufen. Grüße an den Schweizer.

2 08 2008
mama

gestern vor einem jahr bis du in den norden aufgebrochen. seit dem haben 23.328 leute auf deinen blog geklickt. (tausende natürlich nur wegen der strumpfhosen) wieviel werden es noch bis morgen werden?
ich freu mich auf dich. 16.50 uhr in schönefeld. eien guten flug bis dann.
ha det bra die mama

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