Hach, ich hatte mir ja so schöne Notizen fuer meinen nächsten Blogeintrag gemacht… nur hab ich sie dummerweise grad jetzt nicht dabei, wo ich einen PC gefunden habe.
Heut hab ich mir mal wieder eine Jugendherberge gegönnt, bin also geduscht, werde nachher warm essen und ueberhaupt ist grad alles einigermassen angenehm (der Stuhl, auf dem ich sitze, könnte etwas weicher sein…). Aber ach, Fahrradtouren sind doch meist eher Schmerzen und Qualen. Zur näheren Erläuterung hier ein paar Stichworte.
Radwandern
Radwandern steht fuer leichtes Gepäck – und schwere Beine.
Radwandern bedeutet manchmal im wahrsten Sinne des Wortes zu wandern, und zwar mit 5km/h den Berg rauf, das Fahrrad schiebend. Kilometerlange Anstiege, vor denen ich auch schon unbepackt kapitulieren wuerde, lassen mir teilweise keine andere Wahl. Es bedeutet auch, mal 20 km lang im strömenden Regen und auf rauem Strassenbelag immer bergauf zu fahren, nachdem man schon ueber hundert Kilometer in den Beinen hat. Das sind beschissene zwei Stunden, in denen man viel und laut flucht. Es bedeutet, sich irgendwann nicht mehr zu fragen, wieso man das Ganze eigentlich tut. Wenn man jeden zweiten Tag so nass wird, dass es nasser einfach nicht mehr geht, ist eh alles irgendwie egal. Und jenseits der 100km-Grenze auch. Und ganz ehrlich: Jetzt bin ich ohnehin schon zu weit, um unverrichteter Dinge umzukehren.
Radwandern steht fuer Ungewissheit: Wo schlafe ich heute Nacht? Wie wird das Wetter morgen? Bin ich noch auf dem richtigen Weg?
Radwandern bedeutete bis gestern auch, sich mindestens einmal täglich zu verfahren, aber dennoch anzukommen – auch ohne Karte. Es bedeutet, sich am Sonnenstand zu orientieren. Und im Zweifelsfall heisst es immer geradeaus.
Es heisst aber eben auch, mal minutenlang mit durchschnittlich 30 km/h einfach nur in den Ort zu rollen, als Lohn fuer all die Muehen. Und es steht fuer ein bisschen (relativer) Unabhängigkeit.
Dummheit
Dumm ist es, wenn man einen Tag und 130 km benbötigt, um die Ursache fuer die merkwuerdigen Geräusche, die Vibrationen und das erschwerte Fahren zu finden. Wenn man dann feststellt, dass alles an einem losen Hinterrad lag, ist der Schreck und gleichzeitig die Erleichterung (Nichts passiert!) gross. Keine Sorge, mittlerweile ist alles fest (Werkzeug ist ja immer dabei), die Verschleisserscheinungen an Mensch und Maschine halten sich in Grenzen.
Dumm ist es ausserdem, wenn man an dutzenden Seen vorbeifährt, ohne zu baden. Und wenn man dann mal an einem uebernachtet, ist es kalt, windig und regnerisch.
Schweden
Schweden ist abwechslungsreich. Jeden zweiten Tag regnet es und ich möchte nur nach Hause und fluche laut vor mich hin. Und dann ist es wieder wunderschön und ich rase nur so ueber den Asphalt. A propos Asphalt, die Strassenverhältnisse sind sehr unterschiedlich, aber generell gilt: Je kleiner und einsamer die Strasse, desto schlechter der Belag, desto steiler die Anstiege, desto schlechter das Wetter, desto weniger Möglichkeiten, sich unterzustellen.
Landschaftlich bietet Schweden sowohl karge Trostlosigkeit, wo sich ein paar Felsbrocken um traurige Baumstuempfe gruppieren, als auch fette, gruene Wiesen und klare Seen, hinter denen sich Mischwälder unter blauem Himmel wiegen.
Schweden bedeutet auch kostenloses Obst am Wegesrand: Äpfel und Birnen, Himbeeren und sogar ungefragt geschenkt bekommene Kirschen. Alles sehr lecker und ein willkommener Aufmunterer an den bekloppten Bergen.
Ja, Schweden ist recht huegelig. Davon zeugt die Tatsache, dass ich, seit ich im Land bin, täglich all meine acht Gänge nutzen konnte und musste. Oft schon innerhalb der ersten Stunde.
Schweden hat ausserdem zwei grosse Vorteile gegenueber Norwegen: 1. Lidl und 2. Netto.
Stadtkind
Dass ich ein solches bin, zeigt mir diese Tour immer wieder. Natuerlich fällt es ohnehin leichter, die grossen Städte zu finden, das gilt wohl fuer jeden. Sich darin zu orientieren ist auch keine Problem. Zwar ist es auch immer wieder schön, sie zu verlassen, aber mal ehrlich, am liebsten fahre ich entlang grosser Strassen, am besten mit Radweg daneben, da geht es flott und relativ eben voran (siehe auch „Schweden“). Und ja, das Geräusch in der Nähe vorbeifahrender Autos beruhigt mich beim Einschlafen im Zelt mehr als das kleiner Waldtiere.
Wahrscheinlich habe ich jetzt noch hundert Sachen vergessen… aber egal, ich denke, ihr habt einen Eindruck von dem, was ich nun seit einer guten Woche so tue. Es ist ungefähr genau so schlimm, wie es sich anhört, aber ich werde auch immer wieder mit schönen Momenten belohnt. Und im Ernst: Eine problemlose Tour bei Sonnenschein auf ebener Strecke wuerde einfach keine guten Geschichten abwerfen, richtig?
Aus Jönköping gruesst das Nörchen



Hatten deine Seite gerade angeklickt, als Oma Hellga anrief (nach 22.00 Uhr !)
wir sollen Dich unbedingt von ihr grüßen. Tante Siggi und Andreas sind vorzeitig und frustiert aus der Sächsischen Schweiz abgereist.
Daher erwartet uns am Sonntag in Kalkreuth nun doch das bestellte
Hühnerfrikassee. Halte die Ohren steif. “ Wir fühlen Dich „
Es ist schön von dir zu hören und dann beruhigt einschlafen zu können! Habe vorgestern eine sehr kurze Fahrradtour durch unverschämt strömenden Regen gemacht, habe danach meine Kleider und mich ausgewrungen und musste ununterbrochen an dich denken.
Ach ja, ein wenig verrückt wie schon im hohen Norden *g*.
)
Ich wünsche dir noch eine schöne Weiterreise mit mehr Sonne als Regen und nicht so vielen großen Bergen, die sich dir in den Weg stellen!
Falls du noch eine Karte zu vergeben hast:
Regensburger Str. 14, 01187 Dresden
Du wirst die erste sein! (morgen wird eingezogen
Lass dich, dein Fahrrad und deine Umgebung heile!
Viele liebe Grüße aus dem ganz normalen Dresden!
du bist ja verrückt, aber deswegen mögen wir dich wohl alle. danke für deine karte, sie ist gestern angekommen. heute ist das schlechte wetter auch endgültig hier angekommen, unter 15°C und dauerregen. dafür hab ich endlich eine möglichkeit meine neue jacke anzuziehen. und wir erwarten heute besuch aus berlin, wer könnte das nur sein, aber vielleicht fahr ich schnell nochmal nach leipzig.
gestern war es noch ein monat bis zum abflug nach england…
bis bald
martin u.ich vernichten in rauhen mengen johannisbermarmelade und wollten fragen ob es tatsächlich nachschub gäbe in der waldowstr.?
lg an die nora mama, ach ja und ans nörchen natürlich auch!!!:-)
ps.herz, du bist selber schuld, hättest ja auch hier in r.bleiben können, morgen grillen wir am strand und feiern m. immatrikulation!!!
dr. fö
(Ich lese hier seit einigen Monaten immer wieder mal mit, aber habe – glaub ich – noch nie etwas hinterlassen. Heute traue ich mich mal)
Oh man… Also du kannst echt stolz auf dich sein! (Habe eben auch noch den Radwandern Eintrag gelesen)
Nun habe ich einen Beachcruiser und solche Touren wie du sie fährst wären damit echt nicht mehr möglich. Vor einigen Wochen fragte mich meine beste Freundin ob ich nicht mitkommen wolle!? Sie sind von hier aus (Göttingen) Richtung Nordsee gefahren (Zurück mit dem Zug)
Ich liebe Radfahren! Aaaaber
Aber ich fürchte, ich wäre unterwegs verstorben und das wäre mir völlig unangenehm gewesen!
Respekt vor deiner Leistung!
Mal Grüße hierlass
der Rumpelwald
Herzlich willkommen, lieber Rumpelwald.
In dem Wald, in dem ich kürzlich völlig allein nächtigte, hat es nicht gerumpelt, eher nur geraschelt und geknistert. Aber gern weiterrumpeln hier – sofern ich dazu Anlass biete.
hai-fösch herzlichen glückwunsch!!!!! und immer gerade aus schauen in rostock und nicht nach unten (wegen der aussicht).
das, mit der marmelade , mußt du mit nora ausmachen ein glas ist zwischenzeitlich noch nach sachsen gewandert. jetzt sind noch zwei und ein klecks da. aber schön, dass sie euch sooooo schmeckt. ha det bra die nörchenmama
der dr.fösch kann ja wohl kaum dem ohnehin schon bestohlenen kind die marmelade wegessen…
Hau rein, Föschi!
Dankeschön!
Komme sehr gerne weiterhin vorbei!
Hab noch einen schönen Rumpelabend